Motivation beginnt oft erst im Tun.
Warum es sich auszahlt, einfach mal loszugehen.
„Ich bin gerade nicht motiviert“
Ein Satz, den ich oft höre. Und ganz ehrlich: Ich kenne ihn selbst nur zu gut.
Viele Menschen glauben, dass Motivation die Voraussetzung für Handlung ist. In Wahrheit funktioniert es oft umgekehrt: Du beginnst und währenddessen entsteht Motivation.
Vielleicht kennst du das vom Training beim Sport:
Du kommst müde von der Arbeit nach Hause, oder das Wetter ist gerade nicht besonders. Eigentlich bist du nicht motiviert und energielos. Gibst du nach, bleibst du auf der Couch. Überwindest du dich und startest dennoch, dann bist du spätestens nach 5 Minuten motiviert und warst froh es gemacht zu haben. Und siehe da, du hast wieder Energie.
Aus neurobiologischer Sicht ist das gut erklärbar.
Sobald wir ins Tun kommen und erste Fortschritte erleben, schüttet unser Gehirn den Neurotransmitter Dopamin aus. Dopamin steuert das Belohnungssystem, erzeugt Glücksgefühle, Antrieb und Motivation. Heißt konkret: Nicht die Motivation bringt dich ins Handeln, sondern das Handeln erzeugt Motivation.
Doch jetzt kommt die entscheidende Frage:
Wie schaffen es Menschen überhaupt, anzufangen, wenn Motivation erst beim Tun entsteht?
Die Antwort ist weniger spektakulär, als man denkt. Es ist oft nicht die große Motivation, sondern etwas anderes: ein Impuls von außen, ein eigener Entschluss oder ein Mensch, der an dich glaubt, wenn du es selbst noch nicht ganz kannst.
Genau hier spielt dein Umfeld eine zentrale Rolle. Wenn jemand dir etwas zutraut, öffnet das einen mentalen Raum, den du allein vielleicht nie betreten würdest. Plötzlich wird aus „Das geht nicht“ ein „Vielleicht geht da doch mehr“.
Und manchmal reicht genau dieses „Vielleicht“, um den ersten Schritt zu machen.
Ein Erlebnis aus den Bergen hat mir das wieder einmal deutlich gezeigt:
Vor Kurzem war ich mit einer lieben Kundin auf einer Skihochtour unterwegs. Ursprünglich stand die Wildspitze auf der Wunschliste. Ich brachte den Großglockner ins Spiel. Ihre Reaktion kam sofort und klar: „Nein, das geht nicht.
Das ist viel zu groß für mich.“
Für sie war dieses Ziel außerhalb ihrer Realität. Nicht, weil es objektiv unmöglich war, sondern weil es nicht in ihr Selbstbild passte. Eine klassische Inkongruenz zwischen Selbstbild und Fremdbild. Ich wusste aus unseren bisherigen Touren, was sie kann. Und ich war überzeugt: Sie schafft das. Vielleicht genießt sie es sogar.
Sie lehnte mehrmals ab. Und ja, ich hätte es dabei belassen können. Eine entspannte Tour, keine Diskussion, alles innerhalb der Komfortzone. Aber genau dort passiert oft wenig Entwicklung.
Also blieb ich dran. Nicht um sie zu überreden, weil ich selbst rauf wollte, sondern damit sie ihre eigenen Grenzen hinterfragt. Schlussendlich ließ sie sich darauf ein.
Und dann passierte etwas Spannendes.
Ab dem Moment, in dem die Entscheidung gefallen war, veränderte sich ihre Haltung. Sie wurde ruhiger, entspannter, fast schon vorfreudig. Vielleicht, weil sie innerlich erkannt hat: „Es könnte doch möglich sein.“
Schon bei der Anreise war die Leichtigkeit spürbar. Und genau so verlief auch die Tour. Am Grat, an den ausgesetzten Stellen, war keine Spur mehr von der anfänglichen Blockade. Im Gegenteil: Sie konnte es genießen. Am Gipfel stand eine Frau, die ihre eigenen Grenzen verschoben hatte und stolz auf sich war.
Natürlich könnte man jetzt sagen: Man muss nicht alles machen, nur um sich etwas zu beweisen. Stimmt. Und ich hätte es auch einfacher haben können.
Aber hier kommt der entscheidende Punkt:
Wenn wir unsere Komfortzone nie verlassen, wird sie mit der Zeit immer kleiner.
Das klingt paradox, ist aber logisch.
Wer sich ständig schont, verkleinert seine Stresstoleranz.
Die Folge: Schon kleine Herausforderungen führen zu Stress. Und genau das führt langfristig eher zu Überforderung als zu Schutz.
Stress ist nicht per se negativ. In der Psychologie unterscheidet man zwischen Distress (negativem Stress) und Eustress, einem positiven und fordernden Stress, der uns wachsen lässt und unsere Widerstandsfähigkeit stärkt.
Ein ähnliches Erlebnis hatte ich nur wenige Tage später bei einem Klettersteigkurs. Eine Teilnehmerin sagte gleich zu Beginn: „Ich habe Höhenangst, ich gehe die ausgesetzten Stellen nicht.“
Schwierig auf einem Klettersteig.
Doch im Laufe des Tages zeigte sich: Es war weniger die Höhe selbst, sondern die Angst vor dem Unbekannten. Die Vorstellung davon, wie es sein könnte. Die Unsicherheit, die Kontrolle zu verlieren.
Am Nachmittag war sie bereits deutlich entspannter. Und am zweiten Tag blieb sie an den ausgesetzten Stellen stehen, schaute ins Tal und genoss es.
Was ist passiert?
Nicht die Situation hat sich verändert.
Sondern ihre Erfahrung damit.
Genau darin liegt der Mehrwert, wenn wir unsere Grenzen erweitern:
Deine Komfortzone wächst.
Deine Handlungsspielräume werden größer.
Dein Selbstvertrauen steigt.
Und plötzlich siehst du Möglichkeiten, die vorher unsichtbar waren.
Und das bleibt nicht am Berg.
Das überträgt sich in alle Lebensbereiche.
Die entscheidende Frage ist also nicht: „Bin ich motiviert?“
Sondern: „Was ist mein Ziel und was der erste kleine Schritt dort hin?“
Oft braucht es keinen perfekten Start.
Sondern nur den Mut, einem „Vielleicht“ zu folgen.
Wenn du Führungskraft bist und auch deine inneren Grenzen sprengen willst, ist das Führungskräfte-Coaching am Berg genau das richtige für dich.
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