Wachse oder bleib stehen
Warum persönliches Wachstum immer mit Mut beginnt.


Die Natur kennt keinen Stillstand – warum tun wir Menschen uns so schwer damit?
Wachstum ist ein natürlicher Prozess. Wir sehen es überall um uns herum: Ein Samenkorn wird zu einer Pflanze, ein kleiner Baum zu einem mächtigen Schattenspender. Pflanzen stellen ihr Wachstum nicht infrage. Sie vergleichen sich nicht mit anderen Pflanzen und fragen sich auch nicht, ob sie bereit sind für den nächsten Schritt. Sie wachsen einfach, solange sie die richtigen Bedingungen vorfinden.
Bei uns Menschen ist das oft anders.
Wir haben die Fähigkeit, über uns selbst nachzudenken, unsere Entscheidungen zu hinterfragen und aus Erfahrungen zu lernen. Gleichzeitig besitzen wir aber auch die Fähigkeit, uns selbst im Weg zu stehen. Wir halten an Gewohnheiten fest, lassen uns von Ängsten bremsen oder reden uns ein, dass es für Veränderung gerade nicht der richtige Zeitpunkt ist. Dabei wünschen wir uns häufig mehr Zufriedenheit, Erfolg oder Erfüllung.
Kein Gipfel ohne Anstieg – warum Entwicklung selten bequem ist
Am Berg wird das besonders deutlich. Wer einen Gipfel erreichen möchte, muss bereit sein, den ersten Schritt zu gehen. Der Weg führt nicht immer über angenehme, breite Wanderwege. Manchmal wird es steil, anstrengend und herausfordernd. Doch genau diese Passagen lassen uns wachsen und eröffnen neue Perspektiven. Wer am Parkplatz stehen bleibt, spart zwar Kraft, wird aber niemals die Aussicht erleben, die nur vom Gipfel sichtbar wird.
Ähnlich verhält es sich mit unserer persönlichen Entwicklung. Wachstum entsteht nicht im Stillstand, sondern in der Bereitschaft, Neues zu lernen, neue Wege zu gehen, Gewohntes zu hinterfragen und auch unbequeme Erkenntnisse zuzulassen.
Der Blick, den wir selbst nicht haben – und warum Feedback ein Beschleuniger für Wachstum ist
Vor Kurzem habe ich in einem Leadership-Training mit Führungskräften an ihren persönlichen Wachstumsmöglichkeiten gearbeitet. Ein zentrales Thema war dabei das Einholen von konstruktivem Feedback durch die eigenen Mitarbeiter*innen. Die Idee dahinter ist einfach: Wer führen möchte, sollte nicht nur andere weiterentwickeln, sondern auch selbst bereit sein, sich kontinuierlich zu verbessern.
Interessant waren die Reaktionen. Allein der Gedanke, die eigenen Mitarbeiter*innen um ehrliches Feedback zu bitten, löste bei einigen sichtlich Unbehagen aus.
Was, wenn ich Dinge höre, die ich eigentlich nicht hören möchte?
Doch genau darin liegt eine enorme Chance.
Ehrliches Feedback fordert Mut und bringt Klarheit
Erklären, Demonstrieren, Erleben, Reflektieren – das sind für mich die Prinzipien eines wirkungsvollen Trainings. Deshalb bat ich am Ende des Tages alle Teilnehmer*innen um ein knallhartes, ehrliches Feedback:
Wie wirke ich auf euch?
Was mache ich gut?
Wo seht ihr Verbesserungspotenzial?
Das kostet Mut.
Es bedeutet, die Kontrolle ein Stück weit abzugeben und offen für Antworten zu sein, die vielleicht nicht immer angenehm sind. Gleichzeitig ist es einer der wirksamsten Wege, um zu lernen und zu wachsen.
Aus der Bergrettung kenne ich diesen Gedanken sehr gut. Nach Einsätzen nehmen wir uns bewusst Zeit für Nachbesprechungen. Dabei wird reflektiert, was gut funktioniert hat, wo Herausforderungen lagen und was wir beim nächsten Mal anders machen könnten.
Jeder darf seine Sichtweise einbringen, denn jeder hat die Situation aus einem anderen Blickwinkel erlebt. Nicht, weil jemand Fehler suchen möchte, sondern weil wir den Anspruch haben, uns als Team ständig weiterzuentwickeln und beim nächsten Einsatz noch besser vorbereitet zu sein.
Und das macht ehrliches Feedback so wertvoll.
Denn wir alle besitzen blinde Flecken. Das sind Verhaltensweisen, Denkmuster oder Wirkungen, die wir selbst nicht wahrnehmen können. Oft gehen wir davon aus, dass unser Verhalten genauso bei anderen ankommt, wie wir es beabsichtigen. Doch Selbstbild und Fremdbild stimmen nicht immer überein.
Ehrliches Feedback hilft uns, diese Unterschiede zu erkennen. Es erweitert unseren Blickwinkel und ermöglicht uns, bewusste Entscheidungen zu treffen. Wir müssen nicht jede Rückmeldung ungefiltert annehmen. Aber wir erhalten die Chance, unser Selbstbild mit der Wahrnehmung anderer abzugleichen und daraus zu lernen.
Und genau das ist persönliches Wachstum.
Wer wächst, gewinnt
Die Natur erinnert uns täglich daran, dass Wachstum ein lebenslanger Prozess ist. Pflanzen wachsen, passen sich an und entwickeln sich weiter. Vielleicht dürfen wir uns daran ein Beispiel nehmen, indem wir den Mut entwickeln, immer wieder hinzuschauen, zu lernen und den nächsten kleinen Entwicklungsschritt zu gehen.
Mini-Impuls für dich
Bitte eine Person, der du vertraust, um ehrliches Feedback:
Wie wirke ich auf dich?
Worin siehst du mein Potenzial?
Was könnte ich deiner Meinung nach (bezogen auf ein bestimmtes Thema) noch besser machen?
Höre zu, ohne dich zu rechtfertigen. Bedanke dich für die Offenheit. Und frage dich anschließend:
Welcher kleine Schritt könnte aus diesem Feedback entstehen, der mich ein Stück weiter wachsen lässt?
Du willst als Führungskraft über dich hinaus wachsen?
Führungskräfte-Coaching
Stressbewältigung und Entscheidungsstärke für Führungskräfte – neue Perspektiven und innere Ruhe durch Coaching in der Natur.
Leadership Training
Mein Leadership Training verbindet moderne Führungsprinzipien mit dem authentischen Ansatz eines Bergführers.
Das könnte dich auch intressieren:
Hinterlasse deine Telefonnummer,
ich rufe dich an.
Quicklinks
Führungskräftecoaching am Berg
Leadership Training
Teamcoaching
Outdoor Teambuilding
© Copyright 2026 Rene Guhl GmbH | Impressum | Disclaimer & Datenschutz | AGB







